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KARL-HEINZ HUMMEL

Foto links: Autor Karl-Heinz Hummel (links) und Illustrator Bernd Wiedemann
Foto rechts: Karl-Heinz Hummel (links) und Peter Reichert, Wirt vom Seehof

Wallereien und andere Geschichten

Geht Karl-Heinz Hummel auf Wanderschaft, ziehen in die Seen im Landkreis Starnberg magisch an. Nicht selten entdeckt er zwischen den Pflanzen am Ufer so manch‘ nackte Schönheiten, die ihn immer wieder in ihren Bann ziehen. „Irgendetwas aber stimmt meistens nicht“, räumt der 66Jährige Autor, Musiker, Librettist und feinsinnige Sagenerzähler ein. Um dem Geheimnis auf die Spur zu kommen, hat er vor drei Jahren begonnen, aus seinem Fundus historischer Sagen und Erzählungen die spannendsten aufzubereiten und im Allitera-Verlag als Buch herauszugeben. Seither geht er damit auf musikalische Lese-Tour. Die Bühnentätigkeit ist dem ehemaligen Mitarbeiter des Stadtjugendamtes München nicht fremd. Sowohl innerhalb seines Berufes als auch auf Nebenwegen ist er stets seinen künstlerischen Ambitionen nachgegangen. Schon als Kind sang der Münchner im Chor und spielte Theater. Mit 12 Jahren schrieb er sein erstes Theaterstück und bald darauf erste Songs mit englischen und deutschen Texten. Ab 1974 spielte Hummel in verschiedenen Kabarett- und Musikensembles mit und schrieb zudem Texte für die Lach- und Schießgesellschaft, für Luise Kinseher und für Simone Solga. Aus seiner Feder stammen außerdem der „Brandner Kaspar“ – eine bairische Oper, sowie das Lieder-, Gedichte und Satire-Buch „Brennt erst der Ammersee“. 2018 wurde Karl-Heinz Hummel für sein Engagement um die bayerische Kultur der Ernst-Hoferichter-Preis verliehen.

Am Wochenende holte er sich erneut Inspirationen rund um das Ammersee-Ufer. „Dieser See hat etwas an sich, das einen nicht mehr los lässt“, sagt Karl-Heinz Hummel. War es doch schon Berthold Brecht, der den See 1919 für sich entdeckte und bis 1932 als Sommerfrischler Gast  in Utting war. Dort hat er auch die letzten Verse seiner Dreigroschenoper verfasst. Der Ammersee und auch das Bräustüberl im Kloster Andechs sind unter anderem auch Hummels Ziel einer Reise in die Welt der Sagen und Legenden, die aktuell unter dem Titel „Wassersagen aus Bayern“ im Allitera-Verlag  erschienen sind: „Ambrosia war eine der Andechser Bierjungfrauen, jener nixenähnlichen Fabelwesen, die dort oben gelegentlich in einem gut gefüllten Bierkrug auftauchen und mit den arglosen Gästen allerhand Schabernack treiben.“ Ja, wie die Bierjungfrau letztendlich in den Ammersee kommt, sich dort am Herrschinger Ufer in einen Wassermann verliebt, diesen wegen Untreue wieder verlässt und letztendlich am Südufer mit dem Waller Silurus Bartl eine lang anhaltende Verbindung eingeht, ist nur eine der Geschichten, die Karl-Heinz Hummel im Rahmen einer inszenierten Lesung am Samstag, 16. November, ab 18 Uhr, im „Wirtshausbrettl“ im Seehof in Herrsching präsentiert. Illustriert wurden die Sagen und Legenden von Bernd Wiedemann aus Gauting. Kein Unbekannter. Hat sich der 48Jährige Grafikdesigner unter anderem durch diverse Arbeiten und Ausstellungen einen Namen gemacht. Am 12. Juli bekommt Wiedemann in Anerkennung seiner Werke in Gauting den Günther-Klinge-Preis überreicht. Sowohl die Wirthaus- wie auch die Wassersagen – je 140 Seiten - sind ab sofort im Buchhandel zum Preis von 16,90 Euro erhältlich. Uli Singer